Mein Leben

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Thomas Beyer

Mein persönliches Leben

Im Jahr 1960 wurde ich in Rostock geboren und ging auch dort bis 1976 zur Schule. Die Zeit meiner Kindheit und Jugend war geprägt von meinem christlichen Elternhaus. Das ist in Staaten wie der DDR schon etwas Besonderes, weil es Einfluss auf meinen Berufs- und Lebensweg hatte. So blieb mir bspw. der direkte Zugang zum Abitur und damit zum Studium versagt.

Über eine Ausbildung zum Krankenpfleger sowie meine dreijährige Arbeit in der Rostocker Universitätsklinik und anschließender Sonderreifeprüfung konnte ich meinen Wunsch, Theologie zu studieren, dann doch noch erfüllen.

Sowohl die Erfahrung meiner Krankenpflegerausbildung und die der Arbeit in der Psychiatrie als auch die Erfahrungen aus der Zeit als Bausoldat möchte ich nicht missen.

Ein wichtiger Lebensabschnitt war auch die Zeit, als wir – meine Frau in erster Ehe und ich – als junge Eltern mit drei Kindern, sie wurden 1980, 1984 und 1989 geboren, studierten und arbeiteten.

Nachdem ich das theologische Examen ablegte und meine Diplomarbeit verteidigte, blieb ich an der Universität Rostock, um wissenschaftlich für eine Promotion zu arbeiten. Dann jedoch kam die Wende und alles, was damit verbunden war, war mir wichtiger, als an der Promotion weiter zu arbeiten.

Mit Beginn der friedlichen Revolution war meine politische Heimat das Neue Forum, mit dem ich eine Reihe von Veranstaltungen und Demonstrationen organisierte. 1990 stellte ich mich dann als Kandidat der ersten demokratischen Kommunalwahl in Wismar zur Verfügung und wurde in die Bürgerschaft gewählt. Diese wiederum wählte mich zum Senator und ersten Stellvertreter der Bürgermeisterin. Nachdem ich 1994, 2001 und 2009 wiedergewählt wurde, blieb ich in diesem Amt bis zum Jahr 2010 ununterbrochen. 2010 kandidierte ich dann erstmals als Bürgermeister der Hansestadt Wismar und wurde mit einem guten Ergebnis gewählt.

Ich bin in 2. Ehe mit Sabine Bäcker verheiratet, sie arbeitet als Diplom-Sozialpädagogin in einer Familienberatungsstelle in Wismar. Mittlerweile sind meine Kinder erwachsen und haben zum Teil schon selbst Kinder. Ich bin also auch Großvater.

Mein politisches Leben

 

DDR-Zeit

Die DDR-Zeit war von der ständigen Auseinandersetzung mit dem System geprägt. Natürlich interessierte ich mich auch für die Politik der Bundesrepublik, das geschah so etwa ab Mitte der 1970-er Jahre. In dieser Zeit der Regierung Helmut Schmidts, sicher auch geprägt durch die Persönlichkeit Willy Brandts, entstand meine Sympathie zur SPD.

Neues Forum

Thomas Beyer

Von Freunden in Wismar im September 1989 angesprochen, wurde ich Mitglied des Neuen Forums. Wir organisierten die ersten Veranstaltungen des Neuen Forums in Wismar z. B. am 31.10.1989 in der Nikolaikirche – dort war ich Hauptredner (Link zur Rede von damals) – oder am 7.11.1989 als 50.000 Menschen auf dem Wismarer Marktplatz sowie die benachbarten Straßen zur Demonstration kamen.

Im Mai 1990 bekam das Neue Forum während der Kommunalwahl über 8 %, das war ein schöner Erfolg. Wir waren zu viert in der ersten demokratischen gewählten Bürgerschaft vertreten, diese wählte mich dann zum Senator für Soziales und Gesundheit und ersten Stellvertreter der Bürgermeisterin.

1994, als ich wiedergewählt wurde, kamen noch die Bereiche Schulverwaltung, Kultur, Sport, Jugend und Wohnungswesen hinzu.

Senator und stellvertretender Bürgermeister

Zu dem Dezernat, das ich zu leiten hatte, gehörten das Gesundheitsamt, das damals noch als gemeinsames Amt für Wismar und Nordwestmecklenburg fungierte, das Amt für Jugend und Soziales, das Amt für Kultur, Schulverwaltung und Sport und das städtische Alten- und Pflegeheim.
Außerdem war ich Vorsitzender der Trägerversammlung der ARGE – Jobcenter Wismar, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wohnungsbaugesellschaft der Hansestadt Wismar und des Aufsichtsrates der Perspektive Wismar (Kindertagesstätten) sowie stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates des Hanse-Klinikums Wismar. Die letzten beiden Funktionen in der Perspektive Wismar sowie im Hanse-Klinikum nehme ich auch heute noch wahr.

SPD

1992 trat ich in die SPD ein, 1997 wurde ich stellvertretender SPD-Vorsitzender und ab 1999 führte ich den SPD-Kreisverband als Vorsitzender. Insofern hatte ich auch an dieser Stelle die Politik vor Ort mitbestimmt. Dies Amt nahm ich bis zum Ende des eigenständigen SPD-Kreisverbandes Wismar im Zusammenhang mit der Kreisgebietsreform, also bis 2012, ununterbrochen wahr.

Warum bin ich gerade in der SPD? In diese traditionsreiche Partei bin ich eingetreten, weil sie für mich am besten wirtschaftliche Erfordernisse und soziale Ausgewogenheit verbinden kann. Gerade auch für Wismar ist diese Balance wichtig.

Die SPD stellt seit 1990 die stärkste Fraktion in der Bürgerschaft und die Bürgermeisterin bzw. den Bürgermeister. Das ist Wismar durchaus gut bekommen. Es geht eben nicht darum, Klientelpolitik zu betreiben, also nur für eine Gruppe da zu sein, sondern für die ganze Stadt zu arbeiten.

Bürgermeister

Als Bürgermeister wurde ich im April 2010 gewählt. Die Bedingungen, unter denen ich dann dieses Amt auszuüben hatte, waren zunächst nicht die besten: die Zukunft der Werft war mehr denn je ungewiss, Wismar verlor die Kreisfreiheit und wurde Teil des Landkreises Nordwestmecklenburg und durch den Austritt von vier ehemaligen SPD-Bürgerschaftsfraktionsmitgliedern, die ihrerseits eine eigene Fraktion bildeten, veränderten sich die Mehrheitsverhältnisse in der Bürgerschaft deutlich. Dennoch konnten auch in jener Zeit zwar schwierige aber wichtige Entscheidungen getroffen werden. Durch die Kreisgebietsreform geriet der Wismarer Haushalt in eine Schieflage, das führte dazu, dass mehrfach Haushaltssicherungskonzepte beschlossen werden mussten. Mittlerweile ist auch bezüglich des Haushaltes ein deutlicher Aufwärtstrend zu spüren.

Insgesamt füllt mich das Bürgermeisteramt gut aus, die Arbeit hat mir immer großen Spaß gemacht und es ist eine Freude, jetzt die gute Entwicklung der Stadt mitzugestalten.

Kommunalpolitische Funktionen

Als Bürgermeister nehme ich auch überregional einige Funktionen wahr. Beispielhaft möchte ich folgende nennen: Von 1994 an war ich bis zum Jahr 2017 Mitglied im Ausschuss für Kultur, Schule, Sport, Jugend, Soziales und Gesundheit im Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern, von 1999 bis 2017 war ich dessen Vorsitzender. Mittlerweile bin ich im Vorstand des Städte- und Gemeindetages und im September 2017 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Städte- und Gemeindetages Mecklenburg-Vorpommern gewählt worden. Ich bin im Hauptausschuss des Deutschen Städtetages. Lange Zeit war ich auch Vorsitzender des Landesverbandes der Bibliotheken im deutschen Bibliotheksverband. Diese Funktion habe ich, 2016 nachdem ich für meine dortige Arbeit mit der Karl-Preußker-Medaille ausgezeichnet wurde, an den Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburgs, Silvio Witt, abgegeben, weil ich mittlerweile stellvertretender Vorsitzender der Bundes-SGK, der kommunalpolitischen Vereinigung der SPD, geworden war. Im Jahr 2017 wurde ich zum Vorsitzenden des Hochschulrates der Hochschule Wismar gewählt.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Ich bin hauptamtlicher Bürgermeister. Diese Aufgabe nimmt schon viel Zeit und Kraft in Anspruch, gleichwohl meine ich, dass Leute wie ich sich auch ehrenamtlich engagieren sollten. Viele, die durch ihren Beruf bereits voll gefordert sind, tun dies auch und übernehmen ebenfalls ehrenamtliche Aufgaben, das ist großartig. Ehrenamtlich bin ich Landesvorsitzender der SGK, der kommunalpolitischen Vereinigung der SPD und wie schon genannt stellvertretender Bundesvorsitzender. Ich engagiere mich in der Bürgerstiftung als Vorstandsmitglied und habe unter dem Dach der Bürgerstiftung die Gründung der Sportstiftung initiiert. Ich bin Vorsitzender des Kreisverbandes der Kriegsgräberfürsorge. Seit vielen Jahren bin ich auch Mitglied im Präsidium der TSG-Wismar, denn was im Sport ehrenamtlich geleistet wird, ist für mich immer wieder beeindruckend. Deswegen wollte ich immer auch gern die Arbeit eines Vereins sozusagen von „innen“ kennen lernen. Ich bin weiterhin in vielen Vereinen Mitglied, z. B. beim FC Anker Wismar, im Bibliotheksförderverein, Archivförderverein, Museumsverein oder Friedhofsförderverein ebenso in der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft. Alle weiteren Mitgliedschaften in Vereinen will ich hier aber nicht aufzählen.

Seit fast 8 Jahren bin ich nun Bürgermeister der Hansestadt Wismar. 2010 habe ich in meinem Programm dargestellt, was ich für diese Stadt erreichen will. Unter dem Reiter „Meine Bilanz“ berichte ich  was ich von alldem tatsächlich umsetzen konnte.